Die ersten Tätigkeiten als neuer Ausbilder

Die AEVO Prüfung ist geschafft und Sie haben den Ausbilderschein.
Doch wie geht es weiter?
Über die ersten Tage als Ausbilder berichten wir in diesem Artikel.

Glückwunsch – Sie haben bereits Ihren Ausbilderschein in der Tasche und sind bereit für die neue Aufgabe.

Nein?

Dann lesen Sie unseren Artikel zur AEVO Prüfung und Tipps für die schriftliche AEVO Prüfung.

Dort finden Sie wichtige Informationen rund um die AEVO Prüfung.

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In diesem Artikel möchten wir für Sie unter die Lupe nehmen, was Sie in der Anfangsphase bei Ihrer Tätigkeit als Ausbilder erwartet und wie Sie die ersten Tage und Wochen erfolgreich meistern.

Wer wird Ihr Auszubildender?

Neue Auszubildende werden in der Regel zum 01.02. oder 01.09. eines Jahres eingestellt.

Je nachdem wie die Personalabteilung in Ihrem Unternehmen gestaltet ist, werden Sie unter Umständen schon in der Bewerbungsphase unterstützend eingesetzt, um ein kleines Mitspracherecht bei der Vergabe der Ausbildungsplätze zu haben.

Das kann sinnvoll sein, denn schließlich sollte die Chemie zwischen Ihnen und Ihrem Auszubildenden auch ein Stück weit passen.

Unter Umständen wird Ihnen aber auch schlichtweg ein Auszubildender zugeteilt, den Sie das erste Mal an seinem ersten Arbeitstag zu Gesicht bekommen – und dann geht es auch schon los!

Ein authentischer erster Eindruck

Versuchen Sie sich bereits vom Start weg so zu positionieren, wie Sie wirklich sind.

Spielen Sie nicht den Kumpel-Typ, wenn Sie einen perfektionistischen Charakter haben und spielen Sie nicht den peniblen Bürohengst, wenn Sie in der Realität eher ein lockerer Zeitgenosse sind.

Versuche Sie sich nicht so zu geben, wie der Auszubildende Sie gerne hätte.

Ein paar Tage lang könnten Sie vielleicht Ihre charakterliche Maskerade aufrechterhalten, aber spätestens im Berufsalltag – gerade in stressigen Zeiten – fliegt die Show auf und Ihr Auszubildender ist eventuell verwirrt und verliert sein Vertrauen in Sie.

Niemand verlangt von Ihnen, dass Sie in der Mittagspause zusammen mit den Auszubildenden essen gehen oder dass Sie nach Feierabend gemeinsam eine Kneipe ansteuern.

Das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Auszubildenden sollte auf einer seriösen Basis stehen.

Dafür ist es erforderlich, dass Sie von Anfang an ehrlich sind und ihn nicht bezüglich Ihrer Normen und Werte im Unklaren lassen.

Schreibtisch Organisation

Organisation ist das halbe (Ausbilder-)Leben

Als Ausbilder sind Sie der erste Ansprechpartner für den Auszubildenden bei seinen Fragen.

Sie müssen jedoch darauf achten, dass Ihre eigene Produktivität nicht dadurch in Mitleidenschaft gezogen wird.

Grundsätzlich haben Sie zwei Möglichkeiten, um Ihren Auszubildenden anzuleiten:

  • direkte Führung
  • indirekte Führung

Unter der direkten Führung versteht man den Dialog zwischen Ausbilder und Auszubildenden.

Diese Form der Kommunikation ist sehr zeitintensiv und sollte daher nur in Maßen eingesetzt werden.

Daher empfehlen wir Ihnen, dass Sie von Beginn an ein System etablieren, das den direkten Austausch zwischen Ihnen und dem Auszubildenden auf ein Minimum reduziert.

Die Rede ist von sogenannten „Führungssubstituten“.

Die Verwendung von Führungssubstituten zur Anweisung Ihres Auszubildenden wird auch als indirekte Führung bezeichnet und lässt sich in verschiedenen Formen umsetzen.

Beispielsweise ist es denkbar, dass Sie dem Auszubildenden eine Übersicht mit typischen Fragen zukommen lassen, sodass er in einigen Situationen selbst eine Lösung findet, ohne Sie zuvor um Rat zu bitten.

Auch eine Liste mit passenden Ansprechpartnern für die jeweiligen Fachgebiete ist hilfreich, damit der Auszubildende bei speziellen Fragen (die Sie unter Umständen auch nicht beantworten können) nicht den unnötigen Umweg über Sie nimmt.

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Gelungene Kommunikation

Sie sollten Ihren Auszubildenden im Rahmen seiner Ausbildungszeit eine selbstständige Arbeitsweise vermitteln.

Die Etablierung der eben genannten Führungssubstitute stellt eine gute Möglichkeit dar, um die Handlungen des Auszubildenden auf eine eigenverantwortliche Basis zu stellen.

Nichtsdestotrotz sollten Sie den regelmäßigen, persönlichen Austausch mit Ihrem Auszubildenden fördern, damit Sie immer auf dem neuesten Stand bleiben.

Hinweis:
Hiermit sind Gespräche gemeint, die von Ihnen (also dem Ausbilder) angeregt werden.


Zeigen Sie Ihrem Azubi, dass Sie für ihn da sind – unabhängig davon, ob er Sie akut um Hilfe gebeten hat, oder nicht.

Solche Treffen werden in der Anfangszeit häufiger nötig sein als im zweiten oder dritten Lehrjahr.

In den ersten Monaten empfehlen wir Ihnen, dass Sie die Meetings wöchentlich ansetzen.

Folgende Gesprächsthemen sind – gerade in der Anfangszeit – von wichtiger Bedeutung:

  • innerbetriebliche Bestandsaufnahme
  • Überprüfung des theoretischen Wissensstandes
  • Kontrolle des Berichtheftes

Im Rahmen einer innerbetrieblichen Bestandsaufnahme wird ermittelt, ob der Auszubildende mit seinen aktuellen Aufgaben über- oder unterfordert ist und wo noch Nachholbedarf besteht.

Auch etwaige Diskrepanzen mit Kollegen und/oder Kunden können in einem solchen Treffen auf vertraulicher Ebene diskutiert werden.

Die Überprüfung der schulischen Leistungen sollte regelmäßig erfolgen (ca. 1x im Monat), um den theoretischen Wissenstand Ihres Auszubildenden zu ermitteln.

Viele Ausbilder lassen sich dafür lediglich die Klausuren des Auszubildenden vorlegen – eine Maßnahme ohne pädagogischen Mehrwert.

Bieten Sie Ihrem Azubi lieber an, die Schwachpunkte der letzten Klausuren zunächst alleine und im Zweifel gemeinsam mit Ihnen nachzuarbeiten, um etwaige Wissenslücken rechtzeitig zu schließen.

Das Berichtsheft ist ein Pflichtbestandteil der dualen Ausbildung.

Als Ausbilder sind Sie dazu angehalten, die Führung des Berichtsheftes zu kontrollieren.

Lassen Sie also in regelmäßigen Abständen über den aktuellen Fortschritt aufklären und haken Sie unbedingt nach, wenn der Auszubildende bereits zurück hängt.

Einweisung Ausbilder

Unsere Checkliste für die ersten Wochen

In den einzelnen Abschnitten dieses Artikels haben Sie einen guten ersten Eindruck darüber bekommen, welche Aufgaben in den ersten Wochen als Ausbilder auf Sie zukommen werden.

Abschließend möchten wir Ihnen nochmals die wichtigsten Informationen in Form einer Checkliste aufbereiten, sodass Sie die wichtigsten „To-Do’s“ nochmals auf einen Blick vorfinden.

  • Seien Sie authentisch! Verstelle Sie sich nicht und sorgen Sie dafür, dass Ihr Auszubildender einen ersten Eindruck von Ihnen erhält, der auch wirklich zu Ihren Charakterzügen passt.
  • Direkte vs. Indirekte Führung – Sie sind der zentrale Ansprechpartner für Ihren Auszubildenden.
    Viele Fragen erfordern jedoch nicht direkt ein Gespräch, sondern lassen sich über Führungssubstitute klären.
    Die „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist hier also das entscheidende Motto.
  • Suchen Sie regelmäßig selbstständig den Dialog mit Ihrem Auszubildenden und warten Sie nicht, bis er zu Ihnen kommt.
    Das erleichtert Ihnen die Zeitplanung und sorgt für weniger Unklarheiten im „Tagesgeschäft“.
  • Fördern und Fordern! Sowohl der praktische als auch der theoretische Leistungsstand des Auszubildenden sollte von Ihnen stets genau überprüft werden.
    Mit konstruktiver Kritik können Sie Ihren Auszubildenden fördern und zu noch besseren Leistungen motivieren.
    Achten Sie auch darauf, dass ein regelmäßiges Lob nicht vergessen wird. Ansonsten könnte Ihre gute Beziehung schnell wieder abkühlen.

Liegt Ihr ersten Tag als Ausbilder bereits hinter Ihnen?

Lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen in den Kommentaren teilhaben!

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