Ausbilderschein: Dauer der Ausbildung der Ausbilder

Ausbilderschein Dauer

Die Ausbildung zum Ausbilder ist eine häufig absolvierte Weiterbildung, die Sie dazu befähigt, selbst Auszubildende in einer Fachrichtung bzw. einem Berufsfeld auszubilden. Die AdA, AEVO und Ausbildereignungsprüfung bezeichnen alle dieselbe Weiterbildung.

Signifikante Unterschiede gibt es jedoch bei der Dauer der Ausbildung. Im folgenden Ratgeber erklären wir, wo es Differenzen gibt, worauf es zu achten gilt und wie Sie zeitnah, gut vorbereitet sowie erfolgreich Ihren AdA-Schein erhalten.

AEVO Dauer: die verschiedenen Möglichkeiten

Der Ausbilderschein lässt sich über verschiedene Wege machen. Private Institutionen sowie öffentlich-rechtliche Körperschaften spielen dabei eine Rolle. Wie lang der Weg zum Ausbilderschein ist, bestimmt vor allem der von Ihnen gewählte Ausbilderkurs.

Die Wahl des Vorbereitungskurses bzw. der Institution, bei der Sie diesen Kurs absolvieren, bleibt komplett Ihnen überlassen. Die Prüfung wiederum müssen Sie bei der für Sie zuständigen Kammer ablegen. Mit dem IHK-Finder suchen und finden Sie die für Ihre AdA zuständige Kammer.

  • Die IHK oder HWK: Die Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammern Deutschlands sind die Institutionen, an denen man die AdA-Prüfung ablegt. Es ist auch möglich, dort angebotene Ausbilderschein-Kurse zu buchen und sozusagen alles unter dem Schirm der IHK/HWK zu absolvieren.
  • Private Institutionen: Diverse private Betriebe bieten Ausbildungskurse an, die auf die AdA-Prüfung vorbereiten sollen. Hier gibt es nicht nur maßgebliche Diskrepanzen in Sachen Ausbilderschein-Kosten, sondern auch was die Dauer der Vorbereitung angeht.

Eine dieser zwei Möglichkeiten bietet sich also an, um den AdA-Schein zu erhalten. Ob bei einer Kammer oder einem Privatanbieter – beide Teile der AEVO-Prüfung müssen bestanden werden, um als Ausbilder*in zu gelten.

Für den Aspekt der Dauer ist es wichtig, dass Sie die Anmeldefristen genau im Blick haben. Manche IHKs verlangen, dass man sich bis spätestens sechs Wochen vor dem Prüfungstermin zu diesem anmeldet – per Formular, E-Mail oder Telefon. Ausnahmen gibt es in diesem Bereich immer wieder – kontaktieren Sie die IHK, die für Ihre Belange zuständig ist, bevor Sie eine Frist verpassen und Wochen auf den neuen Termin warten müssen.

Zuerst legen Sie die schriftliche Prüfung ab, der praktische/mündliche Teil folgt danach – in der Regel vergehen zwischen diesen beiden Modulen etwa ein bis zwei Wochen. Bei manchen Kammern finden die beiden Teile am selben Tag statt, auch Zeitabstände von sechs bis acht Wochen sind möglich.

Mann präsentiert vor mehreren Personen

Die zwei Teile gestalten sich wie folgt:

  • Schriftlicher Teil: 80 Multiple-Choice-Fragen zu verschiedenen Fallbeispielen, die in 180 Minuten beantwortet werden müssen. Sie brauchen 50 von 100 Punkten, um zu bestehen.
  • Praktischer Teil: besteht aus zwei Teilen, der Präsentation oder Durchführung einer Ausbildungssituation vor einem Prüfungsausschuss und dem Fachgespräch mit dem Ausschuss. Pro Teil werden in etwa 15 Minuten anberaumt.

Wichtig: Sollten Sie die Prüfung zum Fachwirt bereits bestanden haben, dann können Sie einen Antrag an Ihre IHK stellen, um sich vom schriftlichen Teil befreien zu lassen.

Im Folgenden sehen wir uns die zwei Herangehensweisen an die AdA-Prüfung sowie deren Dauer genauer an.

Ausbilderschein: Dauer bei der IHK

Die IHK ist die Organisation, die die Ausbildung der Ausbilder grundsätzlich regelt. Ihr Wohnort oder fester Arbeitsort entscheidet darüber, welche IHK Ihr Ansprechpartner für die AEVO-Prüfung ist. Ein Vorbereitungskurs, der von einer Kammer angeboten wird, umfasst im Schnitt etwa 60 Unterrichtseinheiten und kann an verschiedenen Institutionen besucht werden.

Hier offenbart sich der größte Unterschied hinsichtlich der Ausbilderschein-Dauer, denn es gibt ein breites Angebot. Zwischen 3 Wochen und 6 Monaten – als Vollzeit-, Teilzeit-, Wochenend- und Selbststudium – ist im Grunde alles möglich.

Diverse Kammern der Bundesländer bieten unterschiedlichste Kursformate an:

  • Vollzeitlehrgang – acht volle Kurstage
  • Tageslehrgang – ein/zwei Tage die Woche mit neun bis zehn Unterrichtseinheiten
  • Intensivkurs – abendliche Einheiten an drei oder vier Tagen über vier bzw. drei Wochen
  • Intensivkurs Wochenende – Freitag/Samstag über vier Wochenenden
  • Vormittagslehrgang – halbtägige Einheiten über einen Zeitraum von drei Wochen
  • Abendlehrgang – zwei Abende in der Woche über etwa acht bis zehn Wochen
  • Samstagslehrgang – acht Samstagstermine
  • Blended Learning Lehrgang – Selbstlernkurs mit zwei vor-Ort Wochenenden
  • Onlinelehrgang – virtuelles Klassenzimmer über etwa zehn Wochen

Wichtig: Nicht alle Kammern haben in Sachen Vorbereitungskurs dasselbe Angebot. Die obige Liste entspricht beispielsweise dem Angebot der IHK Akademie München und Oberbayern. Das Angebot der IHK Berlin sieht anders aus.

Ausbilderschein: Dauer bei privaten Anbietern

Private Anbieter verkaufen diverse Kurse, die im Onlineformat bzw. als Selbststudium oder als Präsenzveranstaltung durchlaufen werden. Hier ist das Angebot noch breiter als bei den Kammern, aber man muss sich selbst um ein für die eigenen Lebensumstände passendes Kursangebot mit gut machbaren Terminen kümmern.

Frau arbeitet an einem Laptop

Hinsichtlich der Qualität, der Kosten und der Dauer gibt es hier maßgebliche Unterschiede. Auch sollte immer bedacht werden, dass Anfahrtszeiten, Spritkosten, Verpflegungskosten etc. anfallen, wenn ein Kurs in Präsenz stattfindet.

Wir – Jasmin und Simon Link von der AEVO Akademie – empfehlen Ihnen, einen Ausbilderkurs zu wählen, der sich an Ihren Bedürfnissen und Ihrer Work-Life-Balance orientiert, anstatt Sie an den Rand Ihrer Belastungsgrenze zu bringen. Der Kurs sollte Sie weder Zeitausgleich noch Urlaub kosten.

Trügerisch ist auch das Angebot diverser privater Institutionen, die mit einer besonders kurzen Kursdauer werben – in fünf, sechs oder sieben Tagen zum Ausbilderschein. Dadurch, dass der Kurs von den Privatanbietern selbst konzipiert wird, kann es vorkommen, dass der Kurs im Schnelldurchlauf gehalten wird – auf Kosten der Qualität bzw. des Inhalts. Wichtige Prüfungsaspekte werden kaum angesprochen und diverse Inhalte nur angeschnitten. Crash-Kurse sind oft nicht mehr als die zusammengekürzte Version des vollwertigen Kurses. Auch sind manche Privatkurse nur auf eine gewisse Berufsgruppe ausgerichtet.

Wir haben unser Know-how, das wir in vielen Jahren als IHK-Prüfer gesammelt haben, in einen Ausbilderkurs für alle Branchen und Berufe gesteckt. Sie absolvieren diesen als Selbststudium, das von uns persönlich betreut wird. Umfassendes Wissen, Flexibilität, Selbstverwaltung und tatkräftige Unterstützung sind Ihnen garantiert.

Wie lange dauert der Ausbilderschein im Alleingang?

Wenig empfehlenswert ist es, komplett auf einen AdA-Vorbereitungskurs zu verzichten. Autodidakten schaffen die Prüfung zwar auch, der nicht vorhandene Support bzw. Ansprechpartner führt jedoch zu einer höheren Rate an Wiederholungsprüfungen. Zudem fehlt ein gewisser Input bzgl. Erfahrungswerten zum Alltag als Ausbilder*in und zu Prüfungsinhalten, wenn man bis zur Prüfung komplett auf sich allein gestellt ist und Wälzer vor sich hin paukt.

Frau sitzt verzweifelt am Schreibtisch

Hinsichtlich der Dauer kann ein Alleingang natürlich bedeuten, dass man sich zur Prüfung anmeldet (hier sind die Fristen der Kammern zu beachten), mehr oder weniger intensiv Bücher durcharbeitet bzw. sich auf eine Portion Glück verlässt und dann sehr zeitnah zur Prüfung antreten kann. So ließe sich die Ausbilderschein-Dauer auf ein Minimum reduzieren, was jedoch nicht empfehlenswert ist.

Je nach eigener Planung und Kapazitäten kann es ein paar Tage, Wochen oder Monate dauern, bis man die Prüfung besteht bzw. den Ausbilderschein erhält.

Ausbilderschein: die Dauer im Schnitt

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein Ausbilderkurs bei IHK oder Privatanbietern als Präsenzveranstaltung oder Selbststudium in Sachen Dauer vor allem eines sein sollte: an Ihren Bedürfnissen orientiert.

Wenn Sie Schwierigkeiten damit haben, ohne Ansprechpartner und Unterstützung Inhalte zu lernen, dann sollten Sie sich für einen betreuten Ausbilderkurs entscheiden. Das Onlineformat bedeutet nicht, dass Sie alleine gelassen werden, sondern garantiert ein hohes Maß an Flexibilität, wie es ein Präsenzkurs nicht kann.

Sollten Sie zu der Gruppe Menschen gehören, die alleine am besten lernen und sich von Lerngruppen und vollen Seminarräumen eher abgeschreckt fühlen, dann ist ein Selbststudium mit der Option auf Expertenunterstützung wahrscheinlich die richtige Wahl für Sie.

Wie auch immer Sie Ihren Weg zum Dasein als Ausbilder*in angehen, im Schnitt sollten Sie dafür eine Dauer von etwa ein bis drei Monaten einplanen. Je nach Lebensgestaltung, Arbeitspensum, Lerntyp und Fristsetzung kann die Ausbilderschein-Dauer auch vier, fünf oder sechs Monate betragen.

Fazit AEVO-Dauer: sie orientiert sich an Ihnen

Selbstverständlich gibt es Fristen und Termine, die im Zuge der AdA-Prüfung bedacht werden müssen, wie etwa die Anmeldefrist bei Ihrer IHK und etwaige Kurs-Präsenztermine. Grundsätzlich sollte sich die Ausbilderschein-Dauer aber nach Ihren Bedürfnissen richten, Sie nicht an Ihre Belastungsgrenze bringen und Sie zudem keine Urlaubstage kosten.

FAQ – häufig gestellte Fragen zur AEVO-Dauer

Im folgenden Abschnitt geben wir die Antwort auf Fragen, die uns bezüglich der Ausbilderschein-Dauer häufig gestellt werden.

Viele unterschiedliche Uhren an einer Wand

Wie lange dauert die AdA?

Es hängt von der von Ihnen gewählten Vorbereitung ab, wie viel Zeit Sie die Ausbildung der Ausbilder kosten wird, etwa 60 Unterrichtseinheiten müssen untergebracht werden. Es gibt Vollzeitkurse in Präsenz, die ca. acht volle Kurstage beinhalten, Wochenendkurse, die am Freitag und Samstag stattfinden sowie Blended Learning Kurse, Onlineformate oder Kurse, die als Selbststudium absolviert werden. Im Schnitt beträgt die AEVO-Dauer ein bis drei Monate.

Wie lange dauert die AdA-Prüfung?

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Die schriftliche Komponente ist ein Multiple-Choice-Test mit 80 Fragen, die in 180 Minuten beantwortet werden müssen. Der Praxisteil – die Ausbildungssituation samt Unterweisung und anschließendem Fachgespräch vor/mit dem Prüfungsausschuss – dauert in etwa 30 Minuten, 15 Minuten für jeden Teil.

Was braucht man, um den Ausbilderschein zu machen?

Um selbst als Ausbilder*in tätig zu werden, braucht man die persönliche und fachliche (berufliche und berufs- und arbeitspädagogische) Eignung. Die persönliche Eignung ist leicht erfüllt, die fachliche Eignung entspricht Abschlussprüfungen in Ausbildungsberufen, Abschlüssen von deutschen Hochschulen etc. Die berufs- und arbeitspädagogische Eignung wird durch die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) geregelt, Ihre erfolgreich abgelegte Ausbildereignungsprüfung bestätigt sie. Mit einer bestandenen AdA-Prüfung bekommen Sie den Ausbilderschein.


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