Die besten Tipps für mündliche (praktische) AEVO Prüfung

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In der mündlichen (praktischen) AEVO Prüfung hast du die Wahl entweder eine Präsentation zu einem Ausbildungsthema zu halten oder eine Unterweisung mit einem „Azubi“ durchzuführen.

Welches die typischen Fehler beider Varianten sind und wie du diese vermeidest, möchte ich dir in diesem Artikel zeigen.

Für welche der beiden Möglichkeiten du dich entscheiden solltest, habe ich bereits hier beschrieben.

Ganz egal wie deine Entscheidung ausfallen mag, beide Varianten bergen Fehlerpotentiale, die es für dich in der Prüfung zu vermeiden gilt.

Möchtest du dich zuerst allgemein über das Thema Ausbilder informieren, lese meinen Artikel zum Thema AEVO Prüfung und Ausbilderschein.

AEVO Prüfung: Typische Fehler bei der Präsentation

Präsentation mit PowerPoint zu „bunt“

Der Klassiker auf den die meisten Prüflinge bei der praktischen AEVO Prüfung zurückgreifen, wenn sie sich für eine Präsentation entschieden haben, ist PowerPoint.

Ein typischer Präsentationsfehler, den du unbedingt bei deiner PowerPoint-Präsentation vermeiden solltest: Die Präsentation wirkt zu bunt, verspielt oder überladen.

Ein Bild hier, ein Bild da…jede Folie mit eigenen Effekten und Animationen…

Genau DAS wollen die Prüfer in der praktischen Prüfung zum Ausbilderschein NICHT von dir sehen.

Es kommt NICHT auf die Gestaltung deiner Präsentation an, sondern maßgeblich auf den Inhalt.

Dennoch soll das nicht bedeuten, dass du einfach nur ein paar Sätze auf die einzelnen PowerPoint Folien schreiben sollst und es damit dann getan ist.

Eine gewisse anspruchsvolle Optik sollte die Präsentation schon hergeben.

Für den Aufbau von atemberaubenden PowerPoint Präsentation – nicht nur für die AEVO Prüfung gedacht – lege ich dir von Herzen das Prinzip ZEN nahe.

ZEN ist ein Präsentationsstil, der darauf abzielt, Präsentation so schlicht aber so einprägsam wie möglich zu gestalten und den Sprecher in den Fokus stellt.

Eine absolute Pflichtlektüre zu diesem Thema ist das Buch "Zen oder die Kunst der Präsentation: Mit einfachen Ideen gestalten und präsentieren" (Link zum Buch).

Keine Verwendung von Medienbrüchen

Auch wenn sich PowerPoint bei Präsentation (wahrscheinlich auch bei dir) sehr beliebt ist, solltest du auf eine reine PowerPoint Präsentation verzichten.

Eine Präsentation macht sich immer gut, wenn darin Medienbrüche vorkommen.

Baue beispielsweise gezielt die Verwendung von anderen Medien ein.

Zum Beispiel Plakate oder ein Flipchart, auf dem du etwas aufzeichnest oder skizzierst.

Die Verwendung von Medienbrüchen lockert eine Präsentation auf und sorgt für willkommene Abwechslung – deine Zuhörer werden es dir danken.

Achte auf deinen Präsentationstil

Das du höchstwahrscheinlich bei der Prüfung etwas angespannt und nervös bist, ist selbstverständlich und total normal.

Auch die Prüfer wissen das und werden dir deine Aufregung ganz bestimmt verzeihen.

Wenn du dich gut vorbereitest – und dabei helfe ich dir mit der AEVO Akademie – dann hast du allerdings keinen Grund dazu, angespannt zu sein.
Ich weiß…das ist natürlich leichter gesagt als getan…

Natürlich war auch ich bei meiner Prüfung etwas nervös.

Das blöde an der Nervosität ist leider, dass man beim Sprechen und Halten von Präsentationen automatisch (und meist völlig unbewusst) dazu neigt, unruhig und sehr schnell zu reden.

Dabei verhaspelt man sich gerne und redet für den oder die Zuhörer oftmals sehr undeutlich.

Achte auf deine Aussprache und den Präsentationsstil.

Versuche langsam und ruhig zu sprechen, damit dich die Prüfer gut verstehen können.

Wenn ich bei meinen Präsentationen nervös bin und denke, dass meine Zuhörer bei meinem Sprechtempo fast einschlafen müssten, dann ist das Tempo meist genau richtig 🙂

Hole vor dem Start der Prüfung noch einmal tief Luft – das wirkt Wunder!

Technikpannen und Materialmangel

Wie oft habe ich das schon erlebt oder von Berichten gehört…

Ein Prüfling bereitet eine PowerPoint-Präsentation vor und bringt diese auf einem USB-Stick mit zur Prüfung…

…um dann festzustellen, dass kein Computer und/oder Beamer zur Verfügung steht…

…oder der USB-Stick nicht funktioniert…

…oder die Präsentation gar nicht auf dem mitgebrachten USB-Stick gespeichert ist, sondern auf dem der zu Hause auf dem Schreibtisch liegt…

Das ist natürlich sehr sehr ärgerlich und kommt verständlicherweise überhaupt nicht gut an.

Dass die Prüfung mit solchen Pannen nur schwer zu bestehen ist (sofern man die Präsentation überhaupt halten kann), sollte wohl jedem klar sein.

So einen Vorfall solltest du unbedingt vermeiden!

Es ist nicht selbstverständlich, dass am Prüfungsort (meist in den Räumen einer IHK) alle möglichen Medien und Materialien zur Verfügung stehen.

Also Computer oder Notebook, Beamer, Tageslichtprojektor, Flipchart, Stecknadeln, Stifte, Post Its, Folien usw.

Stelle einige Tage VOR der Prüfung unbedingt eine Liste aller Dinge und Materialien auf, die du für die Prüfung benötigst und frage gezielt bei der Prüfungsstelle (in der Regel der IHK) nach, ob alles zur Verfügung steht und dir bereitgestellt wird.

Falls nicht musst du die benötigten Dinge selbst organisieren und zur Prüfung mitbringen.

Teste alle deine Materialien vor dem Prüfungstag unbedingt auf deren Funktion.

Falsche Zeitplanung

Viele Prüflinge glänzen leider immer wieder mit einer falschen Zeitplanung und vergessen beim Präsentieren völlig die Uhr.

Die Zeitdauer für deine Präsentation beträgt 15 Minuten.

Nicht 20 Minuten und auch keine 10 Minuten!

Das ist sehr wichtig und es macht einen schlechten Eindruck, wenn du bereits 5 Minuten früher aufhörst oder dich die Prüfer unterbrechen müssen, weil du bereits 5 Minuten überzogen hast und immer noch nicht den Anschein machst, zum Ende zu kommen.

Die beste Maßnahme, damit dir das nicht passiert, ist es, deine Präsentation im Vorfeld als Übung wirklich zu präsentieren.

Und die Zeit dabei zu stoppen – mit Stoppuhr oder Smartphone oder…

So kannst du überhaupt erst einschätzen, wie viel Zeit du wirklich benötigst und deine Präsentation anhand deiner Erkenntnisse evtl. noch einmal anpassen.

So viel zu den Fehlern, die du bei der Präsentation vermeiden solltest.

Schauen wir uns doch nachfolgend an, worauf du bei der Unterweisung in der praktischen AEVO Prüfung achten solltest.

AEVO Prüfung: Typische Fehler bei der Unterweisung

Falsche Wahl des Themas

Ein gutes und passendes Thema, zu dem du deine Unterweisung durchführst, ist bereits die halbe Miete.

Die IHK macht dir hierzu KEINE Vorgaben.

Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum viele Prüflinge mit Themen daherkommen, die sich ganz und gar nicht für eine Prüfung eignen, da sie viel zu komplex und zu kompliziert sind.

Und es oftmals unmöglich ist, diese innerhalb der Zeitvorgabe von 15 Minuten zu behandeln.

Generell solltest du dich bei der Wahl des Themas an der Ausbildungsordnung deines Ausbildungsberufes orientieren.

Dort sind die Ausbildungsinhalte für die jeweiligen Ausbildungsberufe definiert.

Die Ausbildungsordnung für deinen Beruf findest du im Internet, besuche dazu einfach die Webseite des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Außerdem sollte das Thema NICHT zu komplex sein.

Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass du deine Unterweisung mit jemandem durchführen musst, der aus einer ganz anderen Fachrichtung kommt und von deinem Thema keine Ahnung hat.

Beispielsweise einem anderen Prüfling oder einem Prüfer selbst.

Das solltest du bei der Planung bzw. Konzeption deiner Durchführung unbedingt beachten – auch was das Thema selbst angeht.

Am besten eignen sich daher Themen aus dem 1. Ausbildungsjahr.

Diese erfordern in der Regel noch kein fundiertes Vorwissen.

Unpassender Einstieg

Die meisten Prüflinge führen eine Unterweisung nach der Vier-Stufen-Methode durch.

In meinem Artikel „Erklärung der Vier-Stufen-Methode“ stelle ich die Unterweisungsmethode vor und gebe Praxistipps.

Ein Fehler der häufig gemacht wird: Es gibt keine oder eine viel zu kurze Einführung, d.h. es wird direkt ins Thema eingestiegen.

Ziel der ersten Stufe ist es aber, dem Auszubildenden mit etwas Smalltalk zum Einstieg erst einmal die Nervosität zu nehmen und sich auf einer Ebene zu treffen.

Des Weiteren wird langsam auf das Thema hingeführt und die Lernziele der Unterweisung aufgezeigt.

So weiß der Auszubildende, was ihn erwartet und er kann sich darauf einstellen.

Denke daran eine angemessene Einführung (Stufe 1 der Vier-Stufen-Methode) zu machen – darauf achten die Prüfer besonders!

Unterweisung wirkt wie ein Monolog

Natürlich willst du den Prüfern während deiner Prüfung zeigen, was für ein toller Ausbilder du bist und was du alles auf dem Kasten hast.

Eine Unterweisung nach der Vier-Stufen-Methode lebt aber gerade davon, dass es Dialog zwischen Ausbilder und Azubi entsteht.

Das heißt, dass es auch Phasen gibt, in denen der Auszubildende die Hauptperson ist und Fragen stellen kann und das Gelernte SELBST durchführt bzw. wiedergibt.

Achte daher darauf, dass deine Unterweisung nicht zum Monolog wird und dein Azubi eine ebenso große Rolle spielt als du.

Dazu gehört auch, dass du dem Auszubildenden nicht ständig ins Wort fällst, sondern in auch ausreden und selbst zu Wort kommen lässt!

Unterweisung wirkt wie ein Theaterstück

Manche IHKs erlauben es, zur Prüfung einen „eigenen Auszubildenden“ mitzubringen.

Also eine Person, die deinen Azubi „spielt“ und mit der du die Unterweisung durchführst.

Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du das auf jeden Fall vor der Prüfung bei deiner IHK abklären und dich informieren.

Das Mitbringen einer Person ist Chance und Gefahr zugleich.

Natürlich gibt es dir die Möglichkeit, bereits im Vorfeld die Durchführung der Unterweisung genauestens vorzubereiten und mit der Person zu üben.

Gleichzeitig besteht genau dadurch das Risiko, dass deine Prüfung wie ein Theaterstück wirkt.

Das solltest du tunlichst vermeiden, da das keinen guten Eindruck auf die Prüfer vermittelt.

Benötigtes Material fehlt

Diesen Punkt habe ich bereits weiter oben bei der Präsentations-Variante erwähnt.

Doch er ist natürlich genauso auch für die Unterweisung relevant.

Auch hier gilt: Erstelle eine Liste aller benötigten Materialien für deine Unterweisung und frage bei der IHK nach, welche Materialien vor Ort vorhanden sind.

Für die Zusammenstellung und das Mitbringen der restlichen Dinge bist du selbst verantwortlich.

Es macht keinen guten Eindruck, wenn benötigtes Material nicht vorhanden sind und setzt dich unter Druck, da du dein Konzept unter Umständen spontan in der Prüfung umändern musst.

Falsche Zeitplanung

Auch dieser Punkt ist für die Unterweisung ebenso gültig.

Achte auf deine Zeiteinteilung und vermeide es nach Möglichkeit die vorgegebenen 15 Minuten unter- oder überzuschreiten.

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Wow…dieser Artikel ist ganz schön lange geworden.

Ich hoffe, dass du einige Punkte für deine anstehende Prüfung mitnehmen kannst.

Fallen dir vielleicht sogar noch andere Punkte ein?

Wie lief es in deiner Prüfung?

Lass es uns in den Kommentaren wissen, damit ich meine Liste noch ergänzen kann und wir gemeinsam zukünftigen AEVO-Prüflingen weiterhelfen können!

Die besten Tipps für mündliche (praktische) AEVO Prüfung
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