AEVO Prüfung mündlich – Präsentation oder Unterweisung?

AEVO Prüfung mündlich Unterweisung Präsentation
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Sollten Sie sich in der mündlichen Prüfung für eine die Präsentation oder die Durchführung einer Ausbildungssituation entscheiden?

Wir klären Sie auf und geben Ihnen eine Entscheidungshilfe.

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Wenn Sie diesen Artikel lesen, gehen wir davon aus, dass Sie den Entschluss gefasst haben, Ausbilder werden zu wollen.

Solltest Sie noch unsicher sein, können wir Ihnen den Selbsttest empfehlen.

Auch wenn Sie der Meinung sind, dass diese Aufgabe gut für Sie geeignet ist, können Sie in Ihrer neuen Rolle natürlich noch nicht direkt durchstarten.

Die Sicherung der Qualität ist einer der obersten Grundsätze im deutschen Ausbildungswesen.

Daher müssen sich potentielle Ausbilder einer intensiven Prüfung unterziehen, um ihre Eignung für den Job unter Beweis zu stellen.

Mehr Infos dazu, gibt es in unserem ausführlichen Artikel: „Ausbilderschein – Ultimativer Guide für AEVO Prüfung„.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen kurz vor, wie eine solche Ausbildereignungsprüfung abläuft.

Dabei gehen wir insbesondere auf den mündlichen Teil ein, der entweder als Präsentation oder in Form einer Unterweisung erfolgen kann.

Wir beleuchten die Vor- und Nachteile beider Varianten und klären Sie über Ihre Möglichkeiten auf.

Was ist die AEVO?

In der Ausbilder-Eignungsverordnung (kurz: AEVO) sind die rechtlichen Grundlagen für den Erwerb eines Ausbilderscheines dargestellt.

Darüber hinaus wird der Ablauf der Prüfung thematisiert.

Wir haben für Sie die wichtigsten Kernaussagen der AEVO zusammengefasst:

  • wer als Ausbilder arbeiten will, muss eine offizielle Prüfung ablegen
  • die berufs- und arbeitspädagogische Eignung ist eine wichtige Grundlage
  • die Ausbilderprüfung umfasst einen schriftlichen und einen praktischen Teil

Wichtig:

Um die Prüfung zu bestehen ist es erforderlich, dass Sie sowohl im schriftlichen als auch im praktischen Teil mindestens eine „ausreichende“ Leistung erzielen.

Der schriftlich abzulegende Test dauert in der Regel drei Stunden während für die praktische Prüfung ein Zeitfenster von etwa 30 Minuten vorgesehen ist.

Im Folgenden möchten wir die letztgenannte Prüfungsform einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Die mündliche Prüfung für den Ausbilderschein – das erwartet Sie!

Laut §4 Abs. 3 der AEVO haben Sie die Möglichkeit bei der mündlichen Überprüfung zwischen zwei Testformen zu wählen.

Folgende Optionen stehen zur Auswahl:

  • Präsentation einer Ausbildungssituation
  • Durchführung einer Ausbildungssituation
  • Für beide Prüfungsvarianten wird eine Dauer von ca. einer halben Stunde angesetzt.
    Im Ablauf unterscheiden sich die beiden Formen jedoch in einigen Aspekten.

Ablauf Präsentation einer Ausbildungssituation

Im Rahmen der Präsentationsvariante müssen Sie einen Vortrag zu einer bestimmten berufstypischen Alltagssituation vorbereiten.

Dafür steht Ihnen eine Redezeit von etwa 15 Minuten zur Verfügung.

Im Anschluss daran kommt es nochmals für die gleiche Dauer zu einem Fachgespräch.

Konkret bedeutet dies, dass der Prüfer Ihnen Fragen stellen wird.

Sie sollten also gut vorbereitet sein, um die Erwartungen erfüllen zu können.

Ein guter Vortrag ist bereits eine gute Grundlage, sichert Ihnen aber noch nicht Ihr Bestehen.

Erst nach dem Fachgespräch wird ein abschließendes Urteil und eine finale Bewertung Ihrer Leistung vorgenommen.

Ablauf Durchführung einer Ausbildungssituation (Unterweisung)

Sie können sich auch gegen die Erbringung einer Präsentationsleistung entscheiden.

Die Alternative hierfür ist die Durchführung einer Ausbildungssituation, auch häufig als sogenannte „Unterweisung“ bezeichnet.

Anders als bei der Präsentation tragen Sie hier eine Ausbildungssituation nicht nur vor, sondern führen diese „live“ durch.

Die Situation wird sozusagen – ähnlich wie in einem Rollenspiel – simuliert, sodass die Prüfer Ihr aktives Verhalten unter die Lupe nehmen können.

Auch in diesem Fall kommt es im Anschluss noch zu einem viertelstündigem Fachgespräch.

Das spricht für eine Präsentation

Das zentrale Argument für das Ablegen einer Präsentationsleistung lautet:
mehr Planungssicherheit.

Sie haben ausreichend Zeit Ihren Vortrag einzustudieren und können Ihre Nervosität abbauen, indem Sie Ihren Text mehr oder wenig auswendig lernen.

Auch Freunde, Familie oder Bekannte können Ihnen bei der Vorbereitung unter die Arme greifen und sind eine wichtige Quelle für konstruktives Feedback.

Aber: Ihre Prüfer wissen natürlich ganz genau, dass Sie sich intensiv auf Ihre Präsentation vorbereiten konnten und werden daher diesen Aspekt bei der Bewertung berücksichtigen.

Wenn Sie also mit Ihrem Vortrag überzeugen wollen, sollten Sie ausreichend Zeit in eine gute Ausarbeitung investieren.

Das spricht für eine Durchführung / Unterweisung

In Ihrer Rolle als Ausbilder müssen Sie die richtigen Entscheidungen in vielfältigen Situationen treffen.

Wie könnten Sie Ihre Eignung zum Ausbilder besser unter Beweis stellen, als in Form einer realistischen und praktischen Überprüfung Ihrer Fähigkeiten?

Die Bereitschaft an einer Unterweisung teilzunehmen, könnten Ihre Prüfer grundsätzlich als sehr positiv auffassen.

Der Grund dafür liegt auf der Hand:
je weniger und unkonkreter Sie sich auf eine Situation vorbereiten können, desto schwieriger wird es.

Diesen „Mut“ werden Ihnen Ihre Prüfer mit Sicherheit hoch anrechnen.

Aber: Sie wissen nicht, was auf Sie zukommt.

Wenn Sie ein Mensch sind, der in Prüfungssituationen schnell nervös wird, sollten Sie eher keine Unterweisung wählen.

Generell ist es so, dass viele Prüfer die Durchführung einer Ausbildungssituation ganz klar bevorzugen und dies auch so kommuniziert wird.

Sie sollten daher also auf jeden Fall versuchen, eine Unterweisung durchzuführen und sich trotz der evtl. vorhandenen Tendenz zur Präsentation gegen diese entscheiden.

Ich habe eine schwache Prüfung abgelegt, bin ich ungeeignet?

Am Ende Ihrer Ausbilderprüfung erhalten Sie ein Zertifikat und eine Übersicht zu Ihrer erbrachten Leistungen.

Dabei wird auch aufgelistet, welche Bewertung Sie in den einzelnen Teilbereichen erzielen konnten.

Grundsätzlich gilt:

Es ist EGAL, ob Sie 51%, 61% oder 91% erreichen – die Gültigkeit Ihres Ausbilderscheins hängt nicht von Ihren Resultaten ab (sofern Sie insgesamt zumindest bestanden haben).

Viele angehende Ausbilder sind trotzdem enttäuscht, wenn Sie eine niedrige Punktzahl erzielen und hegen Selbstzweifel an ihrer Tauglichkeit für diesen Job.

Wir geben Ihnen einige Argumente, wieso Sie Ihr Prüfungsresultat nicht überbewerten sollten:

  • im Alltag als Ausbilder sind vor allen Dingen Ihre Soft Skills gefordert – nicht nur reines Theorie-Wissen
  • Sie waren bestimmt nervös, als Sie die Prüfung abgelegt haben.
    Im Arbeitsalltag entwickeln Sie schnell eine Routine und kommen viel besser mit den neuen Aufgaben zurecht.

Sie sehen also:

Ein mittelmäßiges Abschneiden beim Ausbilderlehrgang beeinflusst nicht, ob Sie Ihren Job später gut oder schlecht ausführen.

Was zählt, ist das Engagement für Ihren Auszubildenden und die Fähigkeit Ihr Wissen an ihn weiterzuvermitteln.

Auszubildende brauchen keinen Fachidioten, der zwar ein Experte auf seinem Gebiet ist, aber sein Know-How nicht rüberbringen kann.

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Fazit – die Key Learnings für dich im Überblick

Wir haben Ihnen in diesem Artikel die beiden zentralen Formen der mündliche AEVO-Prüfung dargestellt und ihre Vor- und Nachteile genau unter die Lupe genommen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen nochmals die wesentlichen Aspekte in Stichpunktform zusammenfassen

  • 1. In der AEVO sind die wichtigsten Regeln verankert, die festlegen, wie eine Prüfung zum Ausbilder ablaufen muss.
  • 2. Bei der mündlichen Prüfung haben Sie die Wahl zwischen einer Präsentationsleistung oder der Durchführung einer Ausbildungssituation.
  • 3. Während Sie die Präsentation gründlich vorbereiten können, ist bei der Durchführung (Unterweisung) unter Umständen eine flexible Anpassungsfähigkeit erforderlich.
  • 4. Unabhängig wie Ihre Prüfungsresultat ausfällt, denken Sie immer daran:
    Die soziale Komponente ist mindestens genauso wichtig wie das theoretische Fachwissen.

Sie haben Fragen oder benötigen Hilfe bei der Entscheidung?

Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen oder kontaktieren Sie uns direkt.